Historie
Von der Oberliga in die Champions League
Der steile Aufstieg der Trierer "Miezen"-Handballerinnen in den vergangenen 25 Jahren
Von Christopher Monz
Die Erfolgsstory der Trierer Handballfrauen begann 1982 mit dem Aufstieg der DJK/MJC Trier von der Oberliga in die Regionalliga .
Trainer damals Michael „Mecco“ Frede, der noch heute als Vater des Frauenhandballs in Trier gilt.
Gleich in der ersten Saison erreichten die "Miezen" die Aufstiegsrunde für die höchste deutsche Spielklasse, scheiterten aber in den entscheidenden Begegnungen an Eintracht Minden.
Eine zweite Bundesliga gab es zur damaligen Zeit noch nicht.
Auf Übungsleiter Michael Frede folgte in der Saison 1983/1984 Günther Bellmann, der jedoch nur wenige Spieltage im Amt blieb und von Christel Merten als Spielertrainerin unterstützt wurde.
Mit dem Trainergespann Michael Frede / Walter Quast wurden die "Miezen" 1986 Regionalliga Meister und scheiterten erst im Endspiel um die westdeutsche Meisterschaft am SC Greven 09.
Unter Coach Walter Quast folgten in den nächsten Jahren jeweils gesicherte Mittelfeldplätze, ehe am 1. Juli 1989 mit Trainer Wolfgang Rommel eine neue Ära an der Mosel begann.
Bis zum Ende der Saison 2001/2002 prägte „Wolli“ gemeinsam mit seinem noch heute als Manager tätigen Bruder Martin wie kaum ein anderer die Entwicklung der "Miezen" vom Regionalligist bis zum späteren Spitzenclub in der Bundesliga.
In den Spielzeiten 1989/1990 und 1990/1991 erreichten die "Miezen" erneut die Endrunde um die westdeutsche Meisterschaft, scheiterten dort aber am ASV Hamm (24:23/17:18) und an Borussia Dortmund (19:20/18:20).
Mit der Rumänin Valtentina Lupascu fand 1992 die erste ausländische Spitzenspielerin den Weg an die Mosel. Ihr folgte 1996 mit der aktuellen Trainerin der zweiten Trierer Mannschaft, Elena Verechtchako, die erste DJK/MJC-Akteurin mit Profistatus.
Zum Ende der Saison 1993/1994 gelang der DJK/MJC Trier als westdeutscher Meister mit zwei Siegen gegen den Hasper SV mit 24:21 und 18:15 der Sprung in die zweite Liga..
Im Aufstiegsjahr machten die "Miezen" ebenfalls im DHB-Pokal von sich reden, besiegten als Regionalligist zwei klassenhöhere Teams und scheiterten erst im Achtelfinale am Buxtehuder SV unglücklich mit 18:23 Toren.
Scheinbar ohne Probleme in der neuen Spielklasse sicherte sich der Aufsteiger von der Mosel in seinem ersten Jahr in der zweiten Bundesliga den fünften Tabellenplatz.
Es folgte eine durchschnittliche Saison 1995/1996 mit der Schlussplatzierung auf Rang 10.
Als Zweiter der zweiten Bundesliga fehlte der Mannschaft in den entscheidenden Momenten 1997 das nötige Quäntchen Glück.
So scheiterten die Trierinnen in den Aufstiegsspielen zur Beletage des deutschen Frauen-Handballs am Team aus Wismar, ehe sie 1998 mit Platz drei in der zweiten Liga erneut die Aufstiegsrunde knapp verpassten.
Als Vizemeister der zweiten Bundesliga musste sich der DJK/MJC in den Aufstiegsspielen zur höchsten deutschen Spielklasse 1999 der Mannschaft der SG Hessen Hersfeld beugen.
In der Spielzeit 1999/2000 wurde dann der Traum endlich wahr. Als Zweitligameister stiegen die "Miezen" in die Eliteliga des Frauenhandballs auf und standen auch plötzlich europaweit in den Schlagzeilen, als Manager Martin Rommel mit der Verpflichtung der damals als weltbesten Linkshänderin geltenden Svetlana Mozgowaya einen nicht für möglich gehaltenen Transfercoup gelang.
Erneut hatte man scheinbar keine Probleme, sich in der höheren Spielklasse zu akklimatisieren und erreichte als Aufsteiger mit dem fünften Tabellenplatz am Saisonende eine Superabschluss, der den Aufsteiger direkt in den Europapokal beförderte.
Nach dem Ausstieg von Wolfgang Rommel im Jahr 2001 als Cheftrainer übernahm mit dem ehemaligen Nationalcoach Dago Leukefeld ein international erfahrener Handball-Lehrer die Mannschaft und erreichte gleich in seinem ersten Jahr den Sprung auf Platz drei der Bundesliga.
Der Trierer Aufstieg verlief ungebremst und erlebte 2003 seinen bisherigen Höhepunkt.
Mit einem Heimsieg gegen den direkten Verfolger Bayer Leverkusen machten die "Miezen" die Meisterschaft perfekt und standen im selben Jahr im Finale um den DHB-Pokal gegen den Frankfurter HC. Trotz einer zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Führung verpasste das Team von der Mosel am Ende knapp den Doublegewinn.
Im Europapokal scheiterte Trier erst im Halbfinale des Challenge Cup am späteren Sieger Borussia Dortmund. Noch im Meisterjahr erfolgte der Umzug vom bisherigen Spielort Wolfsberghalle in die neu gebaute Arena Trier.
Als Krönung der Meistersaison 2003 stand Trier in der nächsten Spielzeit in der Champions League.
Mit dem russischen Meister Lada Toljatti, dem ungarischen Titelträger Györ und dem spanischen Spitzenclub Valencia erwischten Trier eine „Hammergruppe“, erreichte aber immerhin drei Punkten aus einem Heimsieg gegen Valencia und einem Unentschieden gegen Györ.
Nach dem Wechsel von Meistertrainer Dago Leukefeld im Jahr 2004 zu seinem Heimatverein THC Erfurt übernahm sein bisheriger Co-Trainer Wolfgang Reckenthäler die Mannschaft und führte sie prompt erneut in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. In der mit 4500 Zuschauern ausverkauften Arena Trier stellten die " Miezen " zwar einen neuen Zuschauerrekord für die Frauen-Bundesliga auf, der Meistertitel ging jedoch nach zwei Niederlagen gegen den 1. FCN nach Nürnberg. 2005 blieb für DJK/MJC letztendlich nur die Vizemeisterschaft.
Als Wolfgang Reckenthäler nach gesundheitlichen Problemen in der Saison 2005 den Trainerposten nicht mehr ausführen konnte, übernahm zunächst Interimscoach Jörg Kühnhold die Mannschaft, ehe ihm im Dezember 2005 Spasoje Skercevic folgte.
"Mane" Skercevic führte die Mannschaft in den vergangenen beiden Spielzeiten auf Platz vier und drei in der Bundesliga und damit jeweils in den Europapokal.
Zur neuen Saison übernimmt mit Michal Lukacin ein junger slowakische Trainer die Mannschaft. Gleichzeitig steht der wohl größte Umbruch in der Vereinsgeschichte von DJK/MJC Trier bevor. Mit Anja Althaus, Maren Baumbach, Silke Meier, Laura Steinbach und Alexandra Gräfer verlassen alle fünf deutschen Nationalspielerinnen die "Miezen". Nach der Absage des intern schon als sicher geltenden Wechsel des aktuellen Nürnberger Meistertrainers Herbert Müller, der mit mehreren FCN- Spielerinnen an die Mosel kommen wollte, standen die Trierer Verantwortlichen zunächst vor einem Scherbenhaufen. Doch zwischenzeitlich laufen die Planungen für die kommende Saison 2007/2008 auf Hochtouren, die ersten vielversprechenden Neuzugänge sind verpflichtet, weitere werden folgen. Die Miezen werden auch in Zukunft weiter an ihrer Erfolgsgeschichte schreiben.
25 Jahre Miezen Handball von 1982-2007 Artikel aus dem Wochenspiegel
Der steile Aufstieg der Trierer "Miezen"-Handballerinnen in den vergangenen 25 Jahren
Von Christopher Monz
Die Erfolgsstory der Trierer Handballfrauen begann 1982 mit dem Aufstieg der DJK/MJC Trier von der Oberliga in die Regionalliga .
Trainer damals Michael „Mecco“ Frede, der noch heute als Vater des Frauenhandballs in Trier gilt.
Gleich in der ersten Saison erreichten die "Miezen" die Aufstiegsrunde für die höchste deutsche Spielklasse, scheiterten aber in den entscheidenden Begegnungen an Eintracht Minden.
Eine zweite Bundesliga gab es zur damaligen Zeit noch nicht.
Auf Übungsleiter Michael Frede folgte in der Saison 1983/1984 Günther Bellmann, der jedoch nur wenige Spieltage im Amt blieb und von Christel Merten als Spielertrainerin unterstützt wurde.
Mit dem Trainergespann Michael Frede / Walter Quast wurden die "Miezen" 1986 Regionalliga Meister und scheiterten erst im Endspiel um die westdeutsche Meisterschaft am SC Greven 09.
Unter Coach Walter Quast folgten in den nächsten Jahren jeweils gesicherte Mittelfeldplätze, ehe am 1. Juli 1989 mit Trainer Wolfgang Rommel eine neue Ära an der Mosel begann.
Bis zum Ende der Saison 2001/2002 prägte „Wolli“ gemeinsam mit seinem noch heute als Manager tätigen Bruder Martin wie kaum ein anderer die Entwicklung der "Miezen" vom Regionalligist bis zum späteren Spitzenclub in der Bundesliga.
In den Spielzeiten 1989/1990 und 1990/1991 erreichten die "Miezen" erneut die Endrunde um die westdeutsche Meisterschaft, scheiterten dort aber am ASV Hamm (24:23/17:18) und an Borussia Dortmund (19:20/18:20).
Mit der Rumänin Valtentina Lupascu fand 1992 die erste ausländische Spitzenspielerin den Weg an die Mosel. Ihr folgte 1996 mit der aktuellen Trainerin der zweiten Trierer Mannschaft, Elena Verechtchako, die erste DJK/MJC-Akteurin mit Profistatus.
Zum Ende der Saison 1993/1994 gelang der DJK/MJC Trier als westdeutscher Meister mit zwei Siegen gegen den Hasper SV mit 24:21 und 18:15 der Sprung in die zweite Liga..
Im Aufstiegsjahr machten die "Miezen" ebenfalls im DHB-Pokal von sich reden, besiegten als Regionalligist zwei klassenhöhere Teams und scheiterten erst im Achtelfinale am Buxtehuder SV unglücklich mit 18:23 Toren.
Scheinbar ohne Probleme in der neuen Spielklasse sicherte sich der Aufsteiger von der Mosel in seinem ersten Jahr in der zweiten Bundesliga den fünften Tabellenplatz.
Es folgte eine durchschnittliche Saison 1995/1996 mit der Schlussplatzierung auf Rang 10.
Als Zweiter der zweiten Bundesliga fehlte der Mannschaft in den entscheidenden Momenten 1997 das nötige Quäntchen Glück.
So scheiterten die Trierinnen in den Aufstiegsspielen zur Beletage des deutschen Frauen-Handballs am Team aus Wismar, ehe sie 1998 mit Platz drei in der zweiten Liga erneut die Aufstiegsrunde knapp verpassten.
Als Vizemeister der zweiten Bundesliga musste sich der DJK/MJC in den Aufstiegsspielen zur höchsten deutschen Spielklasse 1999 der Mannschaft der SG Hessen Hersfeld beugen.
In der Spielzeit 1999/2000 wurde dann der Traum endlich wahr. Als Zweitligameister stiegen die "Miezen" in die Eliteliga des Frauenhandballs auf und standen auch plötzlich europaweit in den Schlagzeilen, als Manager Martin Rommel mit der Verpflichtung der damals als weltbesten Linkshänderin geltenden Svetlana Mozgowaya einen nicht für möglich gehaltenen Transfercoup gelang.
Erneut hatte man scheinbar keine Probleme, sich in der höheren Spielklasse zu akklimatisieren und erreichte als Aufsteiger mit dem fünften Tabellenplatz am Saisonende eine Superabschluss, der den Aufsteiger direkt in den Europapokal beförderte.
Nach dem Ausstieg von Wolfgang Rommel im Jahr 2001 als Cheftrainer übernahm mit dem ehemaligen Nationalcoach Dago Leukefeld ein international erfahrener Handball-Lehrer die Mannschaft und erreichte gleich in seinem ersten Jahr den Sprung auf Platz drei der Bundesliga.
Der Trierer Aufstieg verlief ungebremst und erlebte 2003 seinen bisherigen Höhepunkt.
Mit einem Heimsieg gegen den direkten Verfolger Bayer Leverkusen machten die "Miezen" die Meisterschaft perfekt und standen im selben Jahr im Finale um den DHB-Pokal gegen den Frankfurter HC. Trotz einer zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Führung verpasste das Team von der Mosel am Ende knapp den Doublegewinn.
Im Europapokal scheiterte Trier erst im Halbfinale des Challenge Cup am späteren Sieger Borussia Dortmund. Noch im Meisterjahr erfolgte der Umzug vom bisherigen Spielort Wolfsberghalle in die neu gebaute Arena Trier.
Als Krönung der Meistersaison 2003 stand Trier in der nächsten Spielzeit in der Champions League.
Mit dem russischen Meister Lada Toljatti, dem ungarischen Titelträger Györ und dem spanischen Spitzenclub Valencia erwischten Trier eine „Hammergruppe“, erreichte aber immerhin drei Punkten aus einem Heimsieg gegen Valencia und einem Unentschieden gegen Györ.
Nach dem Wechsel von Meistertrainer Dago Leukefeld im Jahr 2004 zu seinem Heimatverein THC Erfurt übernahm sein bisheriger Co-Trainer Wolfgang Reckenthäler die Mannschaft und führte sie prompt erneut in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. In der mit 4500 Zuschauern ausverkauften Arena Trier stellten die " Miezen " zwar einen neuen Zuschauerrekord für die Frauen-Bundesliga auf, der Meistertitel ging jedoch nach zwei Niederlagen gegen den 1. FCN nach Nürnberg. 2005 blieb für DJK/MJC letztendlich nur die Vizemeisterschaft.
Als Wolfgang Reckenthäler nach gesundheitlichen Problemen in der Saison 2005 den Trainerposten nicht mehr ausführen konnte, übernahm zunächst Interimscoach Jörg Kühnhold die Mannschaft, ehe ihm im Dezember 2005 Spasoje Skercevic folgte.
"Mane" Skercevic führte die Mannschaft in den vergangenen beiden Spielzeiten auf Platz vier und drei in der Bundesliga und damit jeweils in den Europapokal.
Zur neuen Saison übernimmt mit Michal Lukacin ein junger slowakische Trainer die Mannschaft. Gleichzeitig steht der wohl größte Umbruch in der Vereinsgeschichte von DJK/MJC Trier bevor. Mit Anja Althaus, Maren Baumbach, Silke Meier, Laura Steinbach und Alexandra Gräfer verlassen alle fünf deutschen Nationalspielerinnen die "Miezen". Nach der Absage des intern schon als sicher geltenden Wechsel des aktuellen Nürnberger Meistertrainers Herbert Müller, der mit mehreren FCN- Spielerinnen an die Mosel kommen wollte, standen die Trierer Verantwortlichen zunächst vor einem Scherbenhaufen. Doch zwischenzeitlich laufen die Planungen für die kommende Saison 2007/2008 auf Hochtouren, die ersten vielversprechenden Neuzugänge sind verpflichtet, weitere werden folgen. Die Miezen werden auch in Zukunft weiter an ihrer Erfolgsgeschichte schreiben.
25 Jahre Miezen Handball von 1982-2007 Artikel aus dem Wochenspiegel




